Wels hilft … in Budapest und Röszke

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Foto: Edd Carlile, Budapest seen

Ich bin zwar rein physisch wieder hier in Oberösterreich – aber mein Herz und meine Gedanken sind noch immer an der serbischen Grenze. Röszke am 14.9.2015, ganz kurz vor der Schließung des Zaunes (2 oder 3 Stunden nachdem wir gefahren waren, wurde die letzte Lücke geschlossen). Es ist schwer, Worte dafür finden … es war herzzerreißend.

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So viele schwer bewaffnete Soldaten, so viele Polizisten mit scharfen Schäferhunden, die die Felder kontrollierten. Ein alter Mann, der von seinem Enkel die ganze Flucht über im Rollstuhl geschoben wurde. Die Familie aus Damaskus die 3 Tage ununterbrochen unterwegs war und nicht einmal mehr zum Schlafen Pause machte, um es noch rechtzeitig zu schaffen … die Kinder beide kleiner als meine Tochter. Sie haben es geschafft, aber Tausende andere nicht mehr. So viele Kinder, die trotz der Anstrengung, die hinter ihnen lag, nach kurzer Erholung sofort wieder zum Spielen aufgelegt waren. Das bezaubernde kleine, zierliche Mädchen, das mich immer wieder umarmt und auf die Wange geküsst hat. Ihre Mutter, die mein Gesicht in beide Hände genommen und mir gedankt hat (wofür eigentlich – ich hatte mehr den Impuls, mich entschuldigen zu müssen, wie „feindlich“ das vermeintlich sichere Europa ist). Ich wollte sie am liebsten „einpacken“ und mitnehmen, alle.

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Mein Herz und meine Gedanken sind noch dort, bei jedem einzelnen von ihnen – und noch viel mehr bei all denen, die es nicht geschafft haben und die noch immer auf dem Weg in eine friedliche und sichere Zukunft für sich und ihre Kinder sind.

Ein ganz, ganz herzliches und warmes DANKE für all die Spenden, die für die Budapestfahrt abgegeben wurden! Durch eure Hilfe konnten wir ein ganzes Auto voller Medikamente, Schlafsäcke, Isomatten und anderer benötigter Dinge mitnehmen & waren dank eurer großzügigen Unterstützung auch in der Lage, der Migration Aid am Budapester Bahnhof unglaubliche 1.800 (!!!) Euro für den Kauf von Zugtickets  zu übergeben, um möglichst vielen Menschen die Ausreise aus Ungarn zu ermöglichen.

Danke auch für die berührenden Begegnungen im Vorfeld der Fahrt. Da war eine Kindergärtnerin des Welser Waldorf-Kindergartens, die nicht nur Sachspenden und ein kleines „Schatzkästchen“ mit liebevollst ausgesuchten kleinen Spielsachen gebracht hat, sondern uns auch mit einer wirklich großen Summe unterstützt hat und dafür den Kauf eines neuen Sofas aufschiebt. Eine Welser Apotheke, die uns ganz selbstverständlich und von sich aus mit einer so wunderbaren, großen Spende an Verbandsmaterial und Desinfektionsmitteln bedacht hat. Ein Ärzteehepaar aus Thalheim, das uns auf eigene Kosten ein riesengroßes, unheimlich gut sortiertes und ganz, ganz wohlüberlegtes Paket an Medikamenten und Wundversorgungsmaterial hat zukommen lassen. Menschen, die in den letzten Tagen mehrfach (!) gekommen sind um Sachspenden und Geld zu bringen, darunter auch eine Frau, die zweimal extra von Linz nach Wels gefahren ist. Die beiden etwa 8 und 9 Jahre alten Jungs, die uns ihre Spielzeugautosammlung für die Flüchtlingskinder übergeben haben. Diese Menschen stehen hier stellvertretend für euch ALLE; jede einzelne Begegnung in den letzten Tagen war wunderschön, jeder von euch hat so viel zu dieser Fahrt beigetragen und wir können euch einfach nicht genug dafür danken!

Bericht und Fotos von Andrea Schwaiger.

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